NWZ: Er sieht Brexit als „historische Fehlentscheidung“
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NWZ: Er sieht Brexit als „historische Fehlentscheidung“

von Atto Ide

Jever. Einen hochkompetenten Referenten zum Thema „Brexit“ hatten die Mitglieder des Rotary Clubs Jever-Jeverland zu Gast: David McAllister. Wie kaum jemand anderes kann der ehemalige niedersächsische Ministerpräsident und Europaabgeordnete über die Entwicklungen in Großbritannien Auskunft geben, besitzt er doch auch die britische Staatsangehörigkeit und bezeichnet sich selbst gern mal als „Deutscher mit britischem Migrationshintergrund.“
Ältere geben Ausschlag

Wenn dann auch noch der Titel seines Vortrags lautet: „Brexit, eine historische Fehlentscheidung“ – ohne Fragezeichen, wird deutlich, wie ernst er die Situation sieht.

Einerseits werden durch den Ausgang des Referendums 2016 tiefgreifende Verwerfungen in der britischen Gesellschaft deutlich, so McAllister. In den Städten und bei den jungen Menschen wäre die Abstimmung positiv ausgegangen. Den Ausschlag gaben jedoch die älteren Menschen auf dem Lande.

Andererseits sei der Wahlkampf für dieses Referendum mit ungewöhnlicher Schärfe, vielen Halbwahrheiten und Unwahrheiten geführt worden. Gleichzeitig habe man über Jahre hinweg Erfolge der nationalen Regierung zugerechnet, Misserfolge der EU zugeschoben. „Wenn man dieses Narrativ zulässt, darf man sich nicht wundern“, sagte McAllister.

Für den Austritt eines Landes aus der EU gebe es bisher kein geordnetes Verfahren und die Verhandlungen gestalten sich schwierig und geraten immer mehr unter Zeitdruck, so McAllister weiter.

Bis zum November dieses Jahres müsste ein Abkommen eigentlich stehen. Derzeit unlösbar scheint die Frage, wie die Grenze zwischen Nordirland und der Republik Irland offen gehalten werden kann. Sie würde zu einer EU Außengrenze werden.
Austritt ohne Abkommen

Damit rückt eine „No Deal Option“, ein Austritt ohne Abkommen, in den Bereich des Möglichen. „Man muss inzwischen damit rechnen. Das wäre allerdings der GAU für beide Seiten“, so McAllister.

Es sei vieles falsch gelaufen. Häme sei allerdings die falsche Reaktion, appellierte er. „Sie bleiben unsere Partner, auch wenn sie es uns nicht leicht machen.“