CN: Noch zwei Jahre Schonzeit für Cuxhavens Fischer
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CN: Noch zwei Jahre Schonzeit für Cuxhavens Fischer

STRAßBURG/CUXHAVEN. Das Fischereiabkommen mit Großbritannien wird derzeit ausgehandelt und im Oktober entschieden. (red)

Der Nebel um den Ausstieg der Briten aus der EU lichtet sich allmählich. So hat der Abgeordnete im Europäischen Parlament David McAllister (CDU) sich jetzt erneut mit dem Brexit-Chefunterhändler der EU Michel Barnier in Straßburg getroffen und über die Auswirkungen auf die Fischwirtschaft in Cuxhaven und Bremerhaven gesprochen. Dabei unterstrich er die Bedeutung der Fischereipolitik bei den laufenden Brexit-Verhandlungen.

Barnier erläuterte, dass für eine mögliche Übergangsperiode von höchstens zwei Jahren nach dem britischen Austritt aus der Europäischen Union am 29. März 2019 das EU-Recht weiter gelte, inklusive der Zugangsrechte zu Fischgründen und der vereinbarten Fangquoten. Für diesen Zeitraum werde es keine Änderung des derzeitigen Status geben. Für die Zeit danach müsste allerdings eine neue Form der fischereipolitischen Zusammenarbeit vereinbart werden.

Für McAllister ist klar: „Auch nach dem Brexit werden die EU und das Vereinigte Königreich die wichtigsten Partner im Fischereisektor bleiben. Unser Ziel muss es deshalb sein, ein bilaterales Abkommen mit den Briten zu schließen, um den gegenseitigen Zugang zu den Fanggründen und ebenso zu den jeweiligen Märkten zu sichern. Dabei muss sichergestellt werden, dass keine Arbeitsplätze gefährdet und Preissteigerungen für den Verbraucher vermieden werden.“

In einem neuen Fischereiabkommen sollten gemeinsame Fangquoten anhand von wissenschaftlichen Grundlagen erarbeitet und eingehalten werden, um eine Überfischung zu verhindern. Eine einseitige Quotenerhöhung durch die Briten könnte die Bewirtschaftungserfolge der letzten Jahre in der Nordsee zunichtemachen, warnte McAllister.

Die EU-27 und das Vereinigte Königreich verwalten gemeinsam etwa 100 Fischbestände. Fischer vom Kontinent haben letztes Jahr Fisch im Wert von 585 Millionen Euro aus britischen Gewässern angelandet, umgekehrt haben britische Trawler im Wert von etwa 127 Millionen Euro in den Gewässern der EU-27 gefischt.

Seit Dezember 2017 bereiten sich die EU-27 auf eine Übergangsphase und Verhandlungen mit den Briten vor. Bis zum Europäischen Rat im Oktober 2018 sollen die Verhandlungen auf technischer Ebene abgeschlossen sein. Dann müssen die Mitgliedstaaten und das Parlament den ausgehandelten Vertrag ratifizieren.