McAllister: „Raketentest ist extrem besorgniserregend“
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McAllister: „Raketentest ist extrem besorgniserregend“

Frage: Herr McAllister, wie stark ist die Bedrohungslage angesichts des jüngsten Raketentests in Nordkorea gewachsen?
McAllister: Dieser jüngste Raketentest ist extrem besorgniserregend und verletzt eindeutig Resolutionen des UN-Sicherheitsrats. Das Regime in Nordkorea hat erneut internationales Recht gebrochen. Diese Provokation verstärkt die bestehenden Spannungen weiter. Jetzt gilt es, genau zu analysieren, ob die Raketen auch in der Lage wären, atomare Sprengköpfe über diese großen Entfernungen zu tragen. Die meisten Experten bezweifeln dies. Nichtsdestotrotz bedeutet es, dass die Interkontinentalraketen vom Typ Hwasong-15 inzwischen das amerikanische Festland erreichen könnten.
Frage: Könnten die Raketen bis Deutschland fliegen?
McAllister: Theoretisch wäre auch Europa in der Reichweite dieser Raketen. Dazu müssten sie auf ihrer Flugbahn allerdings China und Russland überfliegen.
Frage: Was kann die Staatengemeinschaft tun, um Nordkorea zum Einlenken zu bewegen?
McAllister: Das rücksichtslose Verhalten Nordkoreas ist eine sehr ernste Gefahr für die internationale Sicherheit. Deutschland hat den nordkoreanischen Botschafter einbestellt. Nach wie vor sind nicht sämtliche Embargo-Instrumente genutzt worden. Nordkoreas Außenhandel findet fast ausschließlich über China statt. Es liegt deshalb vor allem an Peking, den politischen und wirtschaftlichen Druck weiter zu verstärken. Hier wurden bereits weitreichende Maßnahmen getroffen, das Regime muss jetzt aber konsequent von Waffenlieferungen, von der Ölzufuhr und von Finanzströmen aus dem Ausland abgeschnitten werden.
Frage: Die EU ist bislang nur Zuschauer. Sind nicht mehr Anstrengungen aus Brüssel notwendig, um die Krise einzudämmen?
McAllister: Die EU ist in die diplomatischen Aktivitäten zur Lösung des Konfliktes eingebunden. Die Außenminister beraten das Thema regelmäßig im Rat der Europäischen Union und haben dort Mitte Oktober ein weiteres Paket mit Maßnahmen beschlossen. Die EU-Sanktionen sind die weltweit schärfsten und weitreichendsten.