Gastbeitrag im Weser Kurier: Die Arktis braucht den Schutz der EU
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Gastbeitrag im Weser Kurier: Die Arktis braucht den Schutz der EU

Die Erforschung der Arktis spielt für Bremen und Bremerhaven eine wichtige Rolle. So wird sich 2019 die „Polarstern“, das Forschungsschiff des Alfred-Wegener-Instituts, für 350 Tage in der Zentralarktis einfrieren lassen. Politisch wird der hohe Norden für immer mehr internationale Akteure interessant.

Durch den Klimawandel und das daraus folgende Wegschmelzen des Eises entstehen neue Schifffahrtswege, die von großer wirtschaftlicher und geostrategischer Bedeutung sind. Zudem könnte der Zugang zu bisher verborgenen Rohstoffvorkommen möglich werden. Daher braucht die Arktis klare Regelungen, um die Kultur der dort heimischen indigenen Völker zu schützen und das fragile Ökosystem dauerhaft und nachhaltig zu erhalten. Bei diesem Ziel stellt gerade der Reichtum der Region an fossilen Brennstoffen eine große Herausforderung dar. Um internationale Spannungen zu vermeiden und die Arktis vor einer umfassenden Ausbeutung ihrer natürlichen Ressourcen mit einer einhergehenden Schädigung des Ökosystems zu bewahren, müssen alle Beteiligten eine verantwortungsbewusste Politik verfolgen, deren Prämissen unabhängig von kurzfristigen Profiten sein müssen.

Es liegt auch an der Europäischen Union, diese einzigartige und komplexe Region zu bewahren. Mit Dänemark, Schweden und Finnland sind drei unserer Mitgliedstaaten Anrainer der Arktis. Norwegen ist ein besonders enger EU-Partner. Es gilt, einen Ausgleich zwischen der wirtschaftlichen Entwicklung auf der einen und dem Umweltschutz auf der anderen Seite zu finden. Hierfür hat das Europäische Parlament kürzlich in einer Resolution eine Grundlage gelegt. Viele politische Strategien und Rechtsvorschriften der EU haben Auswirkungen auf die Arktis und ihre Bevölkerung. In den vergangenen Jahren haben mehrere Mitgliedstaaten nationale Strategien für die Arktispolitik erarbeitet. Nun ist ein integriertes europäisches Vorgehen wichtig, um sicherzustellen, dass mit diesen Maßnahmen der größtmögliche Mehrwert erzielt wird. Die Herausforderungen in der Arktis sind zahlreich und vielschichtig. Sie können am besten in Kooperation mit allen Partnerstaaten und supranationalen Organisationen wie beispielsweise dem Arktischen Rat gemeistert werden. Nur so werden wir in der Lage sein, den einzigartigen Raum der Arktis auch für zukünftige Generationen zu erhalten.