Deutschland benötigt einen Plan zum Wolfsmanagement
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Deutschland benötigt einen Plan zum Wolfsmanagement

NIEDERSACHSEN. Einen effektiven Wolfsmanagementplan stufen die niedersächsischen Spitzenkandidaten der EVP und der Liberalen, David McAllister und Jan-Christoph Oetjen, als wichtige Aufgabe in der neuen Wahlperiode des Europäischen Parlamentes ein. Die beiden Politiker haben auf ein Schreiben von Landvolkpräsident Albert Schulte to Brinke reagiert, in dem er das Management streng geschützter Arten und dabei in erster Linie das des Wolfes hinterfragt hat. Der Landvolkpräsident hatte in Zusammenhang mit der Europawahl unter anderem folgende Fragen gestellt:

Würden Sie sich über das Europaparlament dafür einsetzen, den Mitgliedstaaten größere Freiheiten für eine aktive Regulierung von Populationen grundsätzlich geschützter Arten einzuräumen, z. B. durch eine entsprechende Änderung der FFH-Richtlinie oder der Vogelschutzrichtlinie?

Sind Sie dafür, den Mitgliedstaaten die Möglichkeit zu geben, sogenannte wolfsfreie Gebiete auszuweisen, in denen die Ansiedlung eines Wolfsrudels aktiv verhindert werden kann, z. B. zur Erhaltung der Schafbeweidung auf Küsten- und Flussschutzdeichen?

Der EVP-Vertreter David McAllister, der schon jetzt Niedersachsen im EU-Parlament vertritt, hat nach seinen Angaben wiederholt die Europäische Kommission aufgefordert, beispielsweise die FFH-Richtlinie zu überarbeiten, ist dabei aber leider nicht auf Zustimmung gestoßen. Die Kommission begründet, die Richtlinie erfülle ihren Zweck. McAllister spricht sich dafür aus, den Schutzstatus des Wolfes herabzustufen. Dies müsse jedoch auf Populationsebene und nicht national definiert werden. Zudem regt er einen geeigneten Kriterien- und Maßnahmenkatalog zur Entnahme von Wölfen und damit einen effektiven Wolfsmanagementplan an. Er habe sich zudem gegenüber der EU für kürzere Abstände bei der Ermittlung des Erhaltungszustandes ausgesprochen, bislang ist dafür ein Zeitraum von sechs Jahren üblich. Schließlich stuft der CDU-Politiker die Anregung des Landvolkes, wolfsfreie Gebiete auszuweisen, als sinnvoll ein.

Der derzeitige Landtagsabgeordnete und FDP-Kandidat für das EU-Parlament, Jan-Christoph Oetjen, sieht einen Wolfsmanagementplan mit jährlich neu festzulegenden Details ähnlich wie in Frankreich als sinnvoll an. Er äußert die Einschätzung, dass eine aktive Regulierung des Wolfes bereits heute möglich sein sollte

McAllister will sich außerdem für Lösungsansätze stark machen, um die durch eine wachsende Wildgans-Population verursachten Probleme zu begrenzen.

Das Landvolk Niedersachsen hatte Mitte April die niedersächsischen Spitzenkandidaten der Parteien für das zukünftige EU-Parlament zu einer Aussage zum Management streng geschützter Arten angeschrieben. Bis zum 15. Mai hat der EVP-Kandidat David McAllister ausführlich in einem Brief geantwortet, Jan-Christoph Oetjen hat für die FDP in einer kurzen Mail reagiert. Von den anderen angeschriebenen Parteien gab es bis zu dem Datum keine Rückmeldung.

LPD
Foto: Landvolk

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