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Neujahrsempfang der CDU-Fraktion

Haren im Zeichen eines positiven Aufbruchs

Haren. Ganz im Zeichen eines positiven Aufbruchs hat der Neujahrsempfang der Harener CDU-Stadtratsfraktion gestanden. Dabei ging es um die Zukunft der Stadt Haren ebenso wie um Europa. Gastredner war in diesem Jahr der ehemalige Niedersächsische Ministerpräsident David McAllister.

Die Stadt Haren führt keinen eigenen Neujahrsempfang durch, die CDU-Fraktion empfängt – gleichsam als Gastgeber wie als Gast – stets am ersten Samstag des Jahres im Harener Ratssaal. Eingeladen sind Vertreter aus Politik, Verwaltung und von Behörden, Vertreter von Nachbar- und Partnergemeinden, außerdem Vereine und Verbände oder die Träger des Harener Bürgerpreises. Anwesend waren auch Landrat Reinhard Winter und der Harener CDU-Landtagsabgeordnete Bernd Carsten Hiebing.

Holger Cosse eröffnete den Tag als Chef der CDU-Stadtratsfraktion sowohl auf platt- und hochdeutsch und auch auf niederländisch. Denn auch Vertreter der gerade umstrukturierten Gemeinde Vlagtwedde nahmen teil. Cosse zitierte den Zukunftsforscher Horst Opaschowski, der bei den Deutschen ein „ Unzufriedenheitsparadox “ erkannt hat, das lautet: Je besser es den Deutschen geht, desto unzufriedener sind sie.

Cosse hat diese Beobachtung ebenfalls gemacht – zu seinem Bedauern, wie er betonte. Denn „objektiv gesehen gibt es für übertriebene Sorgen keinen Grund.“ Zwar verunsicherten Terror, Digitalisierung und Globalisierung die Menschen, aber, vom Terror abgesehen, gebe es auch viel Positives. Die Menschen vor Anschlägen von Fanatikern zu schützen, sei Aufgabe des Staates, sagte Cosse. Hier liege beim Einzelnen tatsächlich kein Handlungsspielraum.

So gut wie nie

Die Globalisierung aber habe auch gute Seiten – so sei die Zahl der hungernden Menschen weltweit gesunken. Dem Emsland und damit auch Haren gehe es wirtschaftlich so gut wie nie, was auch Folge der Globalisierung sei, von der Deutschland wegen des Exports besonders profitiere.

Die Digitalisierung schließlich könne und müsse jedermann selbst mitgestalten, etwa bei der Frage, ob Weihnachtsgeschenke von Amazon kommen müssten oder doch lieber vom stationären Handel in Haren. Besonders wichtig für Cosse: „In sozialen Medien und überhaupt im Netz sollten wir nicht nur Überschriften lesen und uns nicht darauf verlassen, was uns ein Computeralgorithmus als Erkenntnis vorschlägt.“ Denn der Algorithmus zeige immer wieder das an, was den Leser schon einmal interessiert habe und verstärke ein gerade vorhandenes Weltbild und bestehende Eindrücke, weil der Blick über den Tellerrand fehle.

Keine einfachen Antworten

Cosses Fazit: „Es gibt keine einfachen Antworten auf komplexe Fragen. Dennoch oder gerade deshalb setze er auf Mutbürger statt auf Wutbürger.“

Harens Bürgermeister Markus Honnigfort machte in seinem Grußwort deutlich, dass gerade in Haren Vieles zum Positiven gewendet worden sei. Er zitierte Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier, der gesagt hatte: „Die Zukunft ist offen und überwältigend ungewiss.“ Das gelte auch für Haren, allerdings lasse sich Vieles nach eigenen Wünschen positiv gestalten.

So biete die gute wirtschaftliche Lage die Möglichkeit, in diesem Jahr mehr als 10 Millionen Euro zu investieren, gleichzeitig Schulden abzubauen und einen Überschuss zu erzielen. „Wir kümmern uns hauptsächlich um die weichen Standortfaktoren“, sagte der Bürgermeister, also Kitas, Schulen, die Umgestaltung des Emsparks oder ein neues Hallenbad. Honnigfort dankte, so wie Holger Cosse zuvor, dem Ehrenamt für unbezahlbares Engagement.

Er endete mit einem Gedicht von Wilhelm Busch: „Prosit Neujahr! Ob gut ob schlecht, wird später klar. Doch bringt’s nur Gesundheit und fröhlichen Mut. Und Geld genug, dann ist’s schon gut.“ Besonders gut gefiel dem Publikum übrigens die Begleitmusik: Das Trio Glücksspiel mit Acki Janßen Sina Baasch und Linus Schröder überzeugte mit Soul und Pop.